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Presseberichte: |
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Aus dem Tagblatt vom 07.12.2005: ARA-Ausbau wirklich nötig ? Die Bürgerschaft Oberbürens hat über den Anschluss an den Abwasserverband Niederbüren zu befinden. Die ARA Oberbüren genügt den Anforderungen nicht mehr. Der Gemeinderat sprach sich für einen Anschluss an die ARA Niederbüren aus. Der damit verbundene Ausbau ist jedoch umstritten. Zita Meienhofer Am kommenden Montag hat die Bürgerschaft der Gemeinde Oberbüren über einen Anschluss der Dörfer Oberbüren und Sonnental – Niederwil gehört bereits dazu – an den Abwasserverband Niederbüren und somit an die Abwasserreinigungsanlage (ARA) dieses Verbandes, die in Niederbüren steht, zu befinden. Vor rund sechs Jahren wurde bekannt, dass die Oberbürer ARA krankte. In der Zwischenzeit wurden verschiedene Studien ausgearbeitet und etliche Verhandlungen geführt. Nun liegt das Resultat vor: Für rund 6,67 Millionen Franken können sich Oberbüren und Sonnental beim Zweckverband einkaufen. Ins Gewicht fällt da vor allem der Ausbau der ARA Niederbüren. Dieser kommt insgesamt auf 4 172 000 Franken zu stehen. An diesem Betrag muss sich allerdings nicht nur die Gemeinde Oberbüren (3 362 000 Franken) beteiligen, sondern auch Andwil (62 000 Franken), Niederbüren (124 000 Franken) und Niederhelfenschwil (248 000 Franken). Die Einkaufssumme beträgt für Oberbüren 1 149 000 Franken. Antrag zur Ablehnung Der Anschluss an den Zweckverband wird allseits begrüsst. Dass die eigene Anlage in Oberbüren nicht saniert werden soll, empfiehlt nicht nur das Gutachten, dagegen haben sich auch vereinzelte Bürger gewehrt. Widerstand regt sich nun gegen den geplanten Ausbau der ARA Niederbüren. Exponenten stossen sich am – nach ihrer Sicht – unnötigen Ausbau der Reserven der ARA Niederbüren. Dies führt nun dazu, dass an der ausserordentlichen Bürgerversammlung vom kommenden Montagabend in Oberbüren beantragt wird, das Vorhaben des Gemeinderates abzulehnen. Zusätzlich wird verlangt, dass der Ausbau etappiert und somit der Bürgerschaft ein neuer Vorschlag unterbreitet wird. Definition der Reserve Wie hoch sind diese Reserven der ARA Niederbüren tatsächlich? Darauf findet der Bürger im Gutachten keine Antwort. Einzig steht dort, dass die vorhandenen Reserven nicht freigegeben werden. Auch der mit dem Vorprojekt betraute Mitarbeiter des Ingenieurbüros Billinger AG in Niederuzwil kann die Reserven nicht beziffern. Diese sind auf das Entwicklungspotenzial der dem Zweckverband angehörenden Gemeinden in einem Zeithorizont von 20 Jahren ausgerichtet. Dem Zweckverband gehören die Gemeinden Niederbüren, Niederhelfenschwil, Waldkirch, Hauptwil-Gottshaus, Andwil und Gossau (Teil Arnegg) sowie Oberbüren (Teil Niederwil) an. Von gesetzlicher Seite gibt es keine Vorgaben. Wie gross die Reserven einer ARA sein müssen, sei nirgends geschrieben, erklärt Reto Morell vom Rechtsdienst des Amts für Umweltschutz. Diese Frage stelle sich erst bei der Einzonung von Bauland in den Gemeinden. Dann muss die Erschliessung – und dazu gehört auch die Abwasserentsorgung – geregelt sein. Gegen den sofortigen Ausbau der ARA Niederbüren sind auch die Brüder Markus und Christof Züger, Inhaber der Züger Frischkäse AG in Oberbüren. Ihre Firma ist trotz eigener Vorklärung die grösste Abwasserlieferantin in der Gemeinde Oberbüren. Jährlich bezahlt die Züger Frischkäse AG eine beträchtliche Summe an Abwassergebühren. Mit dem Ausbau der ARA Niederbüren wird dieser Betrag ansteigen, da eine Kostenerhöhung geplant ist – von Fr. 1.50 auf Fr. 1.70. «Dies entspricht einer Kostensteigerung von fast 14 Prozent. Und dies bei einer besseren Auslastung?», fragt sich Markus Züger. Leere Becken umrüsten Mit der Entsorgung des Abwassers hat sich die Firmenleitung und vor allem Markus Züger intensiv beschäftigt. Nach dem Studium des Gutachtens kam er zum Schluss, dass in Niederbüren leere Becken stehen, die umgerüstet werden könnten. Zudem weiss er von Käsereien in der Region Waldkirch, die geschlossen werden und somit auch weniger Schmutzwasser nach Niederbüren fliesst. «Ich bin sicher, dass die zurzeit vorhandenen Reserven für das anfallende Abwasser reichen würden», sagt Markus Züger. Er kann nicht verstehen, dass Reserven geschaffen werden, die nicht unbedingt nötig sind. Letztlich spielt die Züger Frischkäse AG sogar mit dem Gedanken, falls die Kostenansätze zu hoch werden würden, ihre Vorklärung auszubauen und ihr Wasser direkt einzuleiten. Markus Züger sieht dies nicht als Drohung, sondern als Konsequenz aus wirtschaftlicher Sicht. Aber auch, weil er als grösster Kunde an einem sinnvollen Ausbau interessiert ist. [ zurück ] |